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Probetraining im Jugendfußball: Leistung ist noch keine Prognose

Was sagt ein Probetraining über Potenzial aus? Relatives Alter verstehen, Studien richtig einordnen und gezielt nach Rückmeldung fragen.

Ein gutes Probetraining bleibt ein gutes Probetraining. Es ist aber noch kein Lebenslauf. Wer junge Spielerinnen und Spieler beurteilt, muss erklären können, was an diesem Tag sichtbar war. Der relative Alterseffekt ist ein Anlass, genauer nachzufragen.

Erst den Stichtag klären

Relatives Alter bezeichnet die Position innerhalb des Zeitraums, nach dem eine Gruppe zusammengestellt wird. Bei einem Jahreszeitraum können mehrere Monate zwischen den Geburtsdaten liegen. Was als früh oder spät geboren gilt, hängt vom Beginn dieses Zeitraums ab. Die Einteilung sollte für den jeweiligen Wettbewerb geprüft werden.

Biologische Reifung ist ein anderer Begriff: Sie betrifft die körperliche Entwicklung. Das relative Alter beschreibt dagegen die Einordnung in eine Gruppe. Aus dem Geburtsmonat lässt sich weder das individuelle Können noch der Reifungsstand ablesen.

Aus einer Studie wird kein Karriereversprechen

Die FIFA stellt eine Untersuchung aus einem einzelnen englischen Profiverein vor. Ergebnisse zu bereits aufgenommenen Akademiespielern erfassen nicht alle, die sich um einen Platz bemüht hatten. Vertragsquoten einer solchen Auswahl sind keine individuellen Erfolgschancen.

Eine Studie von 2024 mit 3.364 US-Spielerinnen fand unterschiedliche Geburtsverteilungen je nach Auswahlstufe. Sie betrachtete die Saison 2021–2022 und arbeitete mit geschätzter Reifung. Das ist keine allgemeine Aussage über deutsche Nachwuchsprogramme und kein Nachweis einer Ursache.

Im US-Datensatz waren im ersten Viertel des Auswahlzeitraums geborene Spielerinnen auf Vereins- und Sichtungszentrumsebene überrepräsentiert. Bei den Jugendnationalteams zeigte sich dieses Muster nicht einheitlich.

Eine Rückmeldung braucht Beobachtungen

Die FIFA unterscheidet aktuelle Leistung und Talent. Daraus leiten wir Fragen für ein Gespräch ab. Diese redaktionellen Vorschläge sind kein wissenschaftlich geprüftes Auswahlverfahren und ersetzen keine Beurteilung durch das Trainerteam.

  • Welche Spielsituationen haben die Einschätzung geprägt, und wurden sie mehrfach beobachtet?
  • Welche Eigenschaft sollte die jeweilige Aufgabe sichtbar machen?
  • Welche konkrete Rückmeldung lässt sich im nächsten Training aufgreifen?

Den nächsten Trainingsschritt benennen

„Noch nicht so weit“ lässt vieles offen. Nachfragen können sich etwa auf das Verhalten vor der Ballannahme, Bewegungen ohne Ball oder den Umgang mit einer Anweisung beziehen. Das sind Beispiele, keine verbindliche Talentliste. Ein gemeinsam mit dem Trainerteam festgelegter, beobachtbarer Schwerpunkt gibt dem nächsten Training eine konkrete Richtung.

Ein später Geburtsmonat beweist kein verborgenes Talent. Ein früher Geburtsmonat entwertet keine Leistung. Es geht um eine nachvollziehbare Einordnung, nicht um eine Ferndiagnose der Reifung oder eine Vorhersage der Profikarriere.

FIFA-Forschungsbeitrag: ein englischer Verein

US-Studie zum Nachwuchsfußball der Mädchen, 2024

FIFA: Talentidentifikation

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